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Josef-Theodor Möller

Vereinschronik des SV Emmerke von 1909 e.V. im Jubiläumsjahr 2009

Im Sommer des Jahres 1909 hatten Jugendliche den Mut, in Emmerke einen Fußballclub zu gründen.

Wie sah es zu dieser Zeit in Deutschland und Europa aus?

Nach der Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Österreich-Ungarn im Oktober 1908 stand Europa im Jahre 1909 am Rande eines Krieges. Serbien gab schließlich in der Frage seiner Gebietsforderungen nach und verlangte von Österreich-Ungarn keine territorialen, politischen oder wirtschaftlichen Entschädigungen. Dadurch wurde die seit Monaten schwelende Krise auf dem Balkan entschärft und ein Krieg abgewendet. Deutscher Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident war damals Bernhard Fürst von Bülow, der in diesem Jahr an der von ihm geförderten Reichsfinanzreform scheiterte und deshalb zurücktrat. Zu seinem Nachfolger ernannte Kaiser Wilhelm II. Theobald von Bethmann Hollweg. Das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft im Jahre 1909 gewann in Breslau Phönix Karlsruhe mit 4 : 2 gegen Viktoria 89 Berlin.

In Emmerke waren die 14- bis 17-jährigen Gründer des Fußballclubs sehr mutig, weil, abgesehen von ganz wenigen Gönnern im Ort, alle anderen Bewohner des Dorfes zu dieser Zeit dagegen waren. Wie in der Festschrift des Jahres 1949 zu lesen ist, waren Urheber des Gedankens, einen Fußballclub zu gründen, folgende Jugendlichen: Moritz Hillebrand, Heinrich Hillebrandt, Johannes Nordhoff, Heinrich Klöpper, Franz Engelke, Joachim Seidler, Bernhard Seidler, Karl Olms, Josef Gronau, Heinrich Möller, Franz Brandis und Heinrich Hillebrand. Diese Vereinsgründer waren als Lehrlinge in Hildesheim beschäftigt, wo sie auch wochentags wohnten. Sie hatten auf der Schützenwiese, dem damaligen „Borussia 06-Platz“, den Fußballsport kennen gelernt, den sie nun auch in Emmerke betreiben wollten. Trotz sehr schwieriger Bedingungen ließen sie sich nicht beirren.

So kam es zur Gründung des FC Germania Emmerke. Mit der Vereinsgründung war der Anfang wohl gemacht; die finanzielle Lage unserer Gründer war jedoch alles andere als rosig. Die erste Wiese, auf der man je nach Laune des Besitzers Fußball spielen durfte, kostete 12 Mark Pacht im Jahr. Ob das Geld immer aufgebracht wurde, muss bezweifelt werden. In der Heuzeit wurde nur auswärts gespielt, damit der Verkauf des Grases wenigstens ein bisschen Geld einbrachte. Für die Spielkleidung hatten die Spieler selbst Sorge zu tragen. Man einigte sich auf rot-blau langgestreifte Hemden und dunkelblaue Hosen. Obwohl aus gegnerischen Kreisen der einheimischen Bevölkerung immer wieder versucht wurde, die Sportbewegung zu unterdrücken oder gänzlich auszulöschen, kam das erste Fußballspiel gegen das „Alte Dorf Hildesheim“, einer Mannschaft von „Hohenzollern“ zustande. Dieses Spiel wurde 13 : 1 verloren und deshalb entschloss man sich, einige Spieler dieser Mannschaft abzuwerben, was auch tatsächlich gelang. Durch diese Verstärkungen entwickelte sich der Verein zu einem beachtlichen Gegner in der Klasse der Landvereine. Nach einiger Zeit wurde der Fußballsport im Ort etwas beliebter und so zählte der Fußballclub bald ca. 30 Mitglieder.

Schon im Jahre 1912 kam es dann in unserem Ort Emmerke, der damals ca. 700 Einwohner zählte, zur Gründung eines weiteren Sport treibenden Vereins, des Turnvereins Viktoria von 1912. Es hatte sich eine Gruppe zusammengefunden,  die sich im Sinne von Turnvater Jahn betätigen wollte. Bald schon wurden auf „Bodenburgs Saal“ (heute Gasthaus Egert) Turnstunden abgehalten, während man in der Öffentlichkeit durch Handballspiele und Schauturnen auftrat. Der Turnverein legte bereits in den 1920-er Jahren großes Gewicht auf die Jugendarbeit.

Das Vereinsleben des FC Germania verlief bis 1917 im beschränkten Rahmen und drohte durch den im Jahre 1914 begonnenen 1. Weltkrieg ganz einzuschlafen. Doch die jugendlichen Mitglieder verstanden es, auch in schweren Jahren den Fußballsport nicht untergehen zulassen.

An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass auch die Leichtathletik nicht zu kurz kam. In der Stobenstraße wurden eifrig die Kurzstrecken über 100 m und 200 m trainiert, während als sogenannte „Langstrecke“ die Rössinger Chaussee (heutige Calenberger Landstraße) diente.

Nach Ende des 1. Weltkrieges im Jahre 1918 fanden sich die Fußballer schnell wieder zusammen. Doch auf das Spielen im eigenen Dorf musste verzichtet werden, da es den aus dem Krieg kommenden Sportlern nicht gelang, erneut in Emmerke einen Fußballplatz zu pachten.

Aus dieser Notlage heraus schloss man sich im Jahre 1919 dem SV Nordstemmen an. Für unsere Fußballer war es zu dieser Zeit nicht immer einfach, mussten sie doch oft, wie beim Eisenbahnerstreik 1923, den Weg nach Nordstemmen zu Fuß zurücklegen. Fahrten mit dem Ackerwagen zu den Auswärtsspielen waren keine Seltenheit. Durch vorbildliche Kameradschaft war es möglich, gute und interessante Spiele u.a. gegen Hameln, Elze, Gronau und hannoversche Vereine auszutragen.

1924 wurde die Loslösung vom SV Nordstemmen beschlossen. Die Nordstemmer Sportkameraden bedauerten den Abgang unserer Spieler sehr. Es schlossen sich sogar einige Spieler aus Nordstemmen unserem Fußballverein an, der von nun an SV Emmerke hieß. In Emmerke behielt man dann die gelb-schwarzen Farben, die in Nordstemmen getragen wurden. Es ist verständlich, dass es für unsere Fußballer eine große Freude war, wieder im eigenen Dorf spielen zu können. Da eine große Anzahl Jugendlicher in den Verein eintrat, war es möglich, eine 2. Herrenmannschaft zu bilden.

Auf Landwirt Telgmanns Wiese fand das erste Fußballspiel nach der Rückkehr aus Nordstemmen wieder in Emmerke statt, und zwar gegen die Mannschaft von Arminia Hannover, die 4 : 2 besiegt wurde. 1926 wurde die von den Landwirten B. Nordhoff und J. Schlüter für 275 Mark gepachtete Wiese am Hackelweg (heutige Sportallee) in mühseliger Arbeit trockengelegt. Bald darauf nahm man an den Punktspielen der 1. Kreisklasse teil.

In diesen Jahren baute auch der Turnverein, der 1923 seine Übungsstunden wieder aufgenommen hatte, einen Handballplatz am Hackelweg.

Man darf nicht vergessen zu erwähnen, dass sich unsere Leichtathleten in den Jahren 1924 bis 1933 besonders auszeichneten und einige Meistertitel nach Emmerke holten.

Im Jahre 1929 kaufte der Turnverein eine Vereinsfahne, zu deren Weihe auf Landwirt Klöppers altem Hof am „Thie“ (heutiger Chabanais-Platz) ein Schauturnen stattfand.

Die 1. Fußballmannschaft errang in der Saison 1932/33 die Staffelmeisterschaft. In den dann erforderlichen Aufstiegsspielen gelang ihr jedoch nicht der Aufstieg in die höhere Klasse.

Am 15. April 1934 kam es zu dem Zusammenschluss des Fußballvereins SV Emmerke mit dem Turnverein. Der SV Emmerke wurde dadurch um einige Mitglieder stärker und übernahm die Geräte und die Fahne des Turnvereins.

Zwei Monate später, am 10. Juni dieses Jahres, feierte der SV Emmerke sein 25-jähriges Bestehen.

Der 1939 ausgebrochene 2. Weltkrieg schränkte den Spielbetrieb der Fußballer stark ein. 1943 musste er ganz eingestellt werden, da sich durch die Einberufung zur Wehrmacht auch die Reihen der Emmerker lichteten. Leider mussten einige Sportkameraden im Krieg ihr Leben lassen. Ihrer zu gedenken, ist unsere vornehmste Pflicht.

Die Vereinsfahne wurde 1945 als Andenken von Besatzungssoldaten nach Amerika geschafft. Nach vielen Irrwegen und glücklichen Umständen kehrte sie im Herbst 1954 wieder nach Emmerke zurück. Nach einem Umzug durch die Ortschaft wurde sie voller Freude in das damalige Vereinslokal „Zum Bahnhof“ (Kollmann) gebracht.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges konnte im August 1945 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Neben Fußball wurden auch Damen- und Herrenhandball sowie Tischtennis gespielt. Die Turner nahmen ihre Übungsstunden wieder auf. In der Leichtathletik wurden sogar Vereinsmeisterschaften ausgetragen.

Eine Laienspielgruppe fand regen Zuspruch. Tanzvergnügen, Theateraufführungen und Weihnachtsfeiern wurden erfolgreich veranstaltet.

Die alte Sportanlage der Fußballer entsprach nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr den Richtlinien der Bezirksliga, in der die 1. Herrenmannschaft spielte. Also musste eine neue Anlage gebaut werden. Es ist schon beachtlich, dass der Verein einerseits aus eigenen Mitteln, andererseits mit dem Geld einer Haussammlung 6000 Reichsmark für den Bau einer neuen Anlage bereitstellen konnte. Nach einigen Schwierigkeiten und langen Verhandlungen gelang es dem 1. Vorsitzenden des SV Emmerke, Karl Bodenburg, fünf Morgen Land vom Landwirt Franz Richter zu pachten.

Beim Bau der neuen Sportanlage am „Pfingstanger“ (heutiges Gewerbegebiet „Emmerke-Ost“) in den Jahren 1946 und 1947 mussten zunächst einmal 1500 Kubikmeter Erde nach der Absage zweier Firmen in Eigenarbeit mit Schaufeln und Loren bewegt werden.

Am 5. Oktober 1947 wurde der neue Sportplatz mit dem Spiel gegen Borussia 06 Hildesheim eingeweiht, das vor über 1000 Zuschauern 1 : 1 endete.

Vereinslokal war die Gaststätte „Zum Bahnhof“ (Kollmann). Auf dem Saal zogen sich die Spieler um und nach dem Spiel wuschen sie sich in der Waschküche; denn an ein Clubhaus war zu dieser Zeit noch nicht zu denken. Die offizielle Platzeinweihung fand am Pfingstmontag 1948 statt, dabei unterlag die 1. Mannschaft Tura Duisburg mit 1 : 6 Toren.

Im Sommer 1949 feierte der SV Emmerke im damaligen „Schwarzen Schuppen“ (heutiges Gelände der Grundschule) sein 40-jähriges Jubiläum. Der Verein war gerade in den ersten Nachkriegsjahren, nicht zuletzt durch den Zustrom vieler Heimatvertriebener, kräftig gewachsen. Die Mitgliederzahl belief sich auf mehr als 400. Erst Jahre später sollte sie auf knapp die Hälfte wieder sinken, ehe abermals ein Ansteigen festgestellt werden konnte.

1959 wurde ebenfalls im „Schwarzen Schuppen“ das 50-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Wie überall, so gab es auch innerhalb des Emmerker Vereinslebens  in den 1950-er Jahren Höhen und Tiefen.

Nach dem Bau der Turnhalle an der damaligen Mittelpunktschule für die Ortschaften Emmerke, Sorsum, Groß und Klein Escherde in der Max-Seeboth-Straße nahm die Turnsparte im Oktober 1963, diesmal unter sehr viel besseren Bedingungen, ihre Übungsstunden wieder auf.

Mitte 1965 wurde am Hackelweg (jetzige Sportallee) mit dem heutigen Sportanlagenkomplex einschließlich eines Clubhauses begonnen. Das Clubhaus wurde 1966 fertig gestellt und im September dieses Jahres seiner Bestimmung übergeben. Dankbar nahm der Verein das Angebot der Tapetenfabrik Peine, die das bisherige Sportgelände gekauft hatte, an, weiter auf dem alten Sportplatz spielen zu dürfen. So konnte der Rasen der neuen Sportanlage noch ein Jahr geschont werden. Im Juni 1967  erfolgte die Einweihung der jetzigen Sportanlage mit einem dreitägigen Zeltfest auf dem ehemaligen Sportgelände am „Pfingstanger“.

In der Saison 1967/68 sicherte sich die 1. Herrenmannschaft den Gewinn der Fußballkreismeisterschaft und schaffte mit dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksklasse des (inzwischen ehemaligen) Bezirks Hildesheim einen sportlichen Glanzpunkt im Vereinsleben.

Im August 1968 stellte Karl Bodenburg nach ununterbrochener 40-jähriger Tätigkeit das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Er, der immer unermüdlich um das Wohl des Vereins bemüht war und ein Beispiel für ehrenamtliche Tätigkeit gegeben hatte, wurde Ehrenvorsitzender. Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende Johannes Baule.

Im Sommer 1969 beging der Verein sein 60-jähriges Bestehen mit einem Zeltfest in Bernard Telgmanns Wiese an der Giesener Straße. In einem Jubiläumsspiel unterlag die 1. Mannschaft den Amateuren von Arminia Hannover, zur damaligen Zeit eine Spitzenmannschaft in der höchsten niedersächsischen Fußball-Amateurklasse, mit 1 : 5 Toren.

In der Jahreshauptversammlung am 3. Januar 1970 beschlossen die Anwesenden einstimmig, den Verein als Sportverein Emmerke von 1909 e.V. in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Die neue Vereinssatzung wurde ebenfalls einstimmig angenommen.

Die Tischtennissparte nahm 1970 erstmals am Punktspielbetrieb teil und erzielte sogleich Erfolge auf Kreisebene und wenig später auch auf Bezirksebene.

Im Frühjahr 1971 wurde von der Fußballsparte eine Damenmannschaft unter der Führung von Manfred Wiegmann aufgebaut, die in den kommenden Jahren große Aufmerksamkeit auf sich lenkte. So entwickelte sich mit dem Besuch des Emmerker Damenteams im französischen Chabanais im Jahre 1972 eine herzliche Freundschaft unter den Sportlern, die nach zahlreichen Kontakten und Besuchen 1976 auch formell zu einer Partnerschaft durch Unterzeichnung der Urkunden durch die beiden Bürgermeister führte.

Im Herbst 1971 wurde auf der Sportanlage die Flutlichtanlage fertig gestellt; es war die erste Anlage solcher Qualität im Kreis Hildesheim.

Der Verein feierte 1974 sein 65-jähriges Bestehen mit einem Zeltfest „an der Linde“ auf Gerhard Klöppers Feld, auf dem sich heute die Wohnsiedlung „Am Fuchsbau“ befindet. Am Ende der Saison 1974/75 hatte die 1. Fußballherrenmannschaft den Abstieg aus der Bezirksklasse zu beklagen. 1975 wurde der Kinderspielplatz am Clubhaus erweitert.

Einige Sportler begannen 1976 damit, im SV Emmerke Tennis zu spielen. In diesem Jahre wurde im Clubhaus eine Gasheizung installiert.

In den Jahren 1976 bis 1978 erzielten  die Mädchen der Tischtennis-Sparte die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft mit den Spielerinnen Jutta Helmsen, Dagmar Rössig, Christiane Senge und Christel Schaefer holte in diesen Jahren dreimal hintereinander den Landestitel und gewann 1976 und 1977 auch die norddeutsche Meisterschaft.

Zum Roll- und Schlittschuhlaufen wurde 1977 auf dem Sportgelände ein Mehrzweckplatz gebaut, auf dem zunächst auch Tennis gespielt wurde. Zu dieser Zeit hatte der SV Emmerke 865 Mitglieder. Es konstituierte sich ein Clubhausausschuss.

Nach fleißiger Eigenarbeit konnte die Tennissparte 1978 zwei neue Tennisplätze in Betrieb nehmen.

1979 feierte der Verein seinen 70. Geburtstag mit einem Zeltfest in Joseph Lindemanns Garten am Stieweg. In diesem Jahr wuchs die Tennissparte auf 100 Mitglieder an. Es gründete sich eine Wandergruppe.

Auf der Jahreshauptversammlung am 12. Januar 1980 stellte der 1. Vorsitzende des Vereins Johannes Baule sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Sein Nachfolger im Amt des 1. Vorsitzenden wurde Karl-Heinz Seidler. Die Turnsparte erweiterte sich in diesem Jahr um die Gruppe „Mutter- u. Kind-Turnen“. Das Clubhaus bekam für ca. 30000,- DM ein neues Dach, wobei alle Kosten durch Zuschüsse abgedeckt werden konnten.

Die 1. Fußballmannschaft erreichte die Kreismeisterschaft der neu geschaffenen Kreisliga und stieg in die Bezirksklasse des Bezirks Hannover auf. Diese Klasse konnte jedoch nur ein Jahr gehalten werden.

Aus Gemeinde- und Ortsratsmitteln errichtete man 1981 neben dem Clubhaus einen Grillplatz. Von dort aus pflanzten einige Mitglieder in nördlicher Richtung parallel zur Straße 1982 zwei Reihen Fichten, die inzwischen wieder entfernt wurden.

Die Mitgliederzahl war inzwischen auf über 900 gestiegen.

Im September 1984 wurde das 75-jährige Jubiläum mit einem Zeltfest an der Sportallee gefeiert. In diesem Jahr begann der Verein mit dem Clubhausanbau, der einen schönen Clubraum, einen Aufenthaltsraum für den Clubhauswirt und moderne Toiletten bietet. Die Einweihung dieses Traktes erfolgte am 1. Juni 1985.

In der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1985 wurde Wilhelm Otte zum 1. Vorsitzenden gewählt. Innerhalb der Turnsparte fing man in diesem Jahr mit dem Volleyballtraining an. Daraus bildete sich eine Mannschaft, die einige Zeit am Spielbetrieb teilnahm. Seit 1985 wurde im Sommer einige Jahre lang im Clubhaus die „Gelb-Schwarze Nacht" gefeiert. 

Sein traditionelles Faschingsvergnügen führte der Verein wegen mangelnder Resonanz seit 1986 zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus „Zur Linde“ durch. Am 8. Februar 1997 hat das letzte Faschingsvergnügen stattgefunden, weil die Beteiligung immer geringer wurde.

1986 bepflanzten ein paar Mitglieder den zwischen dem Spielplatz und dem Bolzplatz liegenden Wall.

Vor dem Clubhaus wurden 1987 in Eigenarbeit Parkplätze in Verbundsteinpflaster geschaffen und der Vorgarten neu gestaltet.

Am Ende der Saison 1986/87 sicherte sich die 1. Fußballmannschaft die Meisterschaft der Kreisliga und stieg in die Bezirksklasse des Fußballbezirks Hannover auf. Mit dem ebenfalls gewonnenen Kreispokal erreichte die Mannschaft das Double. 1988 stieg die 1. Tischtennismannschaft in die Landesliga auf. In Eigenarbeit erweiterten einige Mitglieder das Dach der Grillhütte. Die Tennisplätze wurden gründlich renoviert; sie bekamen einen Kunstrasenbelag.

Einige Mitglieder erweiterten 1989 in Eigenarbeit vor dem Clubhaus den Parkstreifen und den Vorgarten.

Vom 14. bis 16. Juli 1989 wurde das 80-jährige Jubiläum mit einem dreitägigen Zeltfest an der Sportallee gefeiert. Höhepunkt dieses Festes war die Weihe der neuen Vereinsfahne, die dankenswerterweise von zwei Vereinsmitgliedern gestiftet wurde. Am 17. Juli fand das Jubiläumsspiel der 1. Fußballmannschaft gegen die tschechoslowakische Erstligaelf von Bohemians Prag statt. In diesem Spiel, das vor großer Zuschauerkulisse gegen den oftmaligen UEFA-Cup-Teilnehmer 1 : 8 verloren ging, wurde Josef-Theo Möller nach mehr als 23 Jahren aus der 1. Mannschaft verabschiedet.

Im Jahre 1990 wurde die Außenfassade des Clubhauses weiß gestrichen und der Duschraum gründlich renoviert. An der Südseite des Sportplatzgeländes wurden mit Unterstützung des Ortsrates Büsche und Bäume gepflanzt; der Wall wurde erweitert und ebenfalls bepflanzt. Im Juli dieses Jahres verstarb Heinrich Helmsen, u.a. zehn Jahre lang Schatzmeister unseres Vereins, der sich große Verdienste um den SV Emmerke erworben hat.

Nach dem Fall der deutsch-deutschen Grenze (9. November 1989), aber noch vor der offiziellen Wiedervereinigung (3. Oktober 1990) wurde mit dem VfB Klettwitz, einem Verein aus der Niederlausitz in der Nähe von Cottbus, eine Partnerschaft geschlossen. Im August 1990 weilte die 1. Fußballmannschaft aus dem Land Brandenburg mit Anhang drei Tage in Emmerke. Seitdem besuchten sich die Fußballer ca. ein Jahrzehnt wechselweise in Klettwitz und in Emmerke. Dieser Kontakt hat sehr stark nachgelassen und ist jetzt kaum noch vorhanden.

Auf der Jahreshauptversammlung am 2.2.1991 wurde die bis zu diesem Zeitpunkt zur Turnsparte gehörende Volleyballabteilung eine eigenständige Sparte, die sich allerdings im Oktober 1996 wegen Spielermangels wieder auflöste. In dieser Jahreshauptversammlung wurde auf Antrag verschiedener Mitglieder eine Beitragserhöhung beschlossen. Auf der Südseite des Sportplatzgeländes wurde mit einem Betonsockel eine feste Abgrenzung geschaffen und eine Hecke gepflanzt. Die Rasenfläche des A-Platzes wurde intensiv ausgebessert und eine Berieselungsanlage für die Platzpflege besorgt. Hinter dem A-Platz wurden an der Westseite am Zaun entlang Metalltafeln installiert, um daran Bandenwerbung anbringen zu können.

Anfang des Jahres 1992 wurden im Clubhaus die Küche, der Thekenbereich und der Gastraum in Eigenarbeit für ca. 30000,- DM gründlich renoviert.

Auf der Jahreshauptversammlung im Februar 1993 wurde Bruno Wussow, der sich besonders um den Fußball- und Tischtennissport unseres Vereins verdient gemacht hat, zum Ehrenmitglied ernannt. Die 1. Damenmannschaft der Tischtennissparte stieg in die Oberliga auf. Am Ende des Jahres wurde an der Ostseite der Sportanlage mit dem Bau des Gerätehauses begonnen.

Im Juli 1994 feierte der Verein sein 85-jähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Zeltfest an der Sportallee. In diesem Jahr traf der Gemeinderat die Entscheidung, dass die Sportvereine die Platzpflege in eigener Regie durchzuführen haben. Auf der Jahreshauptversammlung am 4. Februar 1995 wurden die Beiträge geringfügig angehoben. Ein paar Mitglieder des Vereins gestalteten im Clubhaus eine Umkleidekabine neu und verlegten das Vorstandszimmer an den jetzigen Ort. Das bisherige Vorstandszimmer wird seitdem vom Clubhauswirt genutzt. Das Gerätehaus, bei dessen Bau 30 Vereinsmitglieder über 1200 Arbeitsstunden unentgeltlich geleistet haben, wurde fertig gestellt. Es weist auf vielfachen Wunsch auch eine Toilette auf, so dass die im Eigentum des Ortsrates befindliche Grillstätte unabhängig vom Clubhaus genutzt werden kann.

Um die Sportplatzberieselung zu vereinfachen und zu erleichtern, wurden im Sommer 1996 vom am Clubhaus befindlichen Brunnen aus Rohre zwischen die beiden Fußballfelder verlegt und an mehreren Stellen mit Anschlussmöglichkeiten versehen. Ebenso wurde die Toilette im Gerätehaus an das örtliche Wasser- und Kanalnetz angeschlossen.

Fritz Herrmann, im Gründungsjahr unseres Vereins geboren, wurde in der Jahreshauptversammlung am 15. Februar 1997 zum Ehrenmitglied ernannt. Er, der in guten wie in schlechten Zeiten den Verein stets unterstützt hat, war ein lebendiges Beispiel für Vereinstreue. Er starb im Mai 1998. Im April 1997 richtete der Sturm auf dem Sportplatzgelände großen Schaden an. Umgestürzte Pappeln rissen einen Flutlichtmasten des B-Platzes nieder und zerstörten Teile der Umzäunung. In der Saison 1996/97 sicherte sich die 1. Fußballmannschaft den Gewinn der Meisterschaft in der Bezirksklasse und sorgte mit dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga für einen besonderen Erfolg in der Fußballsparte des Vereins. In diesem Jahr wurde der Spielplatz am Clubhaus vom Bauhof der Gemeinde mit neuen Spielgeräten bestückt.

Zu Beginn des Jahres 1998 wurden auf der Westseite der Sportanlage über 200 alte und teilweise kranke Pappeln gefällt, die eine Gefahr bedeuteten für Personen und Sachgegenstände. Nachdem die Stämme der gefällten Pappeln abtransportiert worden waren und das Restholz mühsam entsorgt worden war, wurden durch ABM-Kräfte, die von Ludwig Hahne und Erwin Winkler angeleitet und unterstützt wurden, über 2.000 junge Bäume gepflanzt. Diese Bäume haben inzwischen eine Höhe von ca. fünf  Meter erreicht.

Die Aufstellung der Ballabfangzäune im Westen der Fußballplätze, die Erneuerung der Flutlichtanlage auf dem B-Platz und die Neugestaltung des Eingangsbereiches wurden vorbereitet und 1999 vollendet. Zwischen der Gemeinde Giesen und dem SV Emmerke von 1909 e.V. wurde ein neuer Nutzungs- und Kostenregelungsvertrag geschlossen und im Mai 1998 unterzeichnet. Die Nutzungsdauer beträgt ab dem 1. Januar 1996   25 Jahre. Sie verlängert sich nach Ablauf automatisch jeweils um ein Jahr.

Im Jubiläumsjahr 1999 hatte der Ortsrat unter der Themenstellung „Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen im Sport- und Freizeitzentrum“ einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Alle Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, Gestaltungsvorschläge zu unterbreiten, um das Sportgelände mit dem angrenzenden Wäldchen für die Emmerker Bevölkerung noch attraktiver zu machen. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen wurde die Oberfläche des Mehrzweckplatzes mit einer neuen Decke versehen. Außerdem wurden zwei Basketballkörbe installiert und ein neuer Zaun um den Hartplatz gezogen. Im Jahre 2001 beschaffte die Gemeinde Giesen für diesen Platz mehrere mobile Skateranlagen.

Um die laufenden Kosten des Vereins abdecken zu können, wurde in der Jahreshauptversammlung am 30. Januar 1999 eine Beitragsanpassung vorgenommen. Außerdem wurde nach mehreren Anläufen die Vereinssatzung auf den neuesten Stand gebracht. Frau Hedwig Pape, ältestes Mitglied, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Der SV Emmerke feierte sein 90-jähriges Jubiläum im Juni 1999 mit einem dreitägigen Zeltfest auf dem Schulsportplatz an der Turnhalle.

Im Jahre 2001 hatte die 1. Fußballmannschaft den Abstieg aus der Bezirksliga in die Bezirksklasse zu beklagen.

Die Terrasse des Clubhauses wurde in den Jahren 2001 und 2002 in ehrenamtlicher Arbeit neu gestaltet und mit passenden Anpflanzungen umgeben. 

Das 95-jährige Vereinsjubiläum wurde am 21. August 2004 im Clubhaus des Vereins und auf dem angrenzenden Sportgelände gefeiert.

Die Arbeiten im Bereich der Terrasse wurden in den Jahren ab 2005 unter der Regie von Otto Zapf mit einer Handvoll Helfern fortgesetzt und sollen im Jubiläumsjahr 2009 abgeschlossen werden. Lob und Dank gilt allen für die vielen Stunden unentgeltlicher Arbeit.

Bei der Spielklassenreform des Niedersächsischen Fußballverbandes im Jahre 2006 erreichte die 1. Mannschaft die Bezirksliga und die 2. Mannschaft die Leistungsklasse.

Seit ca. 30 Jahren hält Platzwart Ludwig Hahne unsere herrliche Sport- und Freizeitanlage in Schuss. Dabei wird er seit einiger Zeit von Werner Rogge unterstützt.

Im Jubiläumsjahr 2009 spendierte Wilhelm Otte, der 1. Vorsitzende des Vereins, einen 1,5 Tonnen schweren  Stein mit der Aufschrift „100 Jahre  SV Emmerke“.  Dieser Erinnerungsstein fand im Eingangsbereich des Sportgeländes seinen Platz.

In diesem Jahr soll das undichte Flachdach des Clubhauses durch ein Walmdach ersetzt werden. Dazu gewährt die Gemeinde Giesen einen Zuschuss in Höhe von 38.000,- €.

Um die im Laufe der Jahre gestiegenen Kosten ausgleichen zu können, musste in der Jahreshauptversammlung am 7. Februar 2009 eine Beitragsanpassung vorgenommen werden.

Im Jubiläumsjahr 2009 bietet der SV Emmerke von 1909 e.V. sportliche Betätigungsmöglichkeiten in den Sparten Fußball, Turnen (einschl. Wandern), Tischtennis und Tennis. Aktuelle Informationen über die verschiedenen Sportarten sind in den Darstellungen der einzelnen Sparten zu finden.

Die 759 Mitglieder setzen sich aus 401 Erwachsenen und 358 Kindern und Jugendlichen zusammen.

Dem geschäftsführenden Vorstand gehören an:

1. Vorsitzender             :  Wilhelm Otte

Stellvertr. Vorsitzender:  Klaus Soltau

Stellvertr. Vorsitzender: Josef-Theodor Möller

Schatzmeister              : Markus Fikuart

Schriftführer                  : Uwe Gottsknecht

Hauptjugendwart         : Udo Plock

Als Quellen für diese kleine Chronik dienten Festschriften unseres Vereins zu verschiedenen Jubiläen, Protokollbücher, Schriftstücke, Zeitungsausschnitte und Bilder.

Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit über den langen Zeitraum von 100 Jahren, in denen ganz unterschiedliche Abschnitte zu verzeichnen waren, so die Kaiserzeit, der 1. Welt- krieg, die Weimarer Republik mit Inflation und Weltwirtschaftskrise, die Zeit des Nationalsozialismus, der 2. Weltkrieg, die Teilung Deutschlands, die Nachkriegszeit, die Gründung der Bundesrepublik und der DDR, die Zeit des Wirtschaftswunders mit gewaltigen Fortschritten auf vielen Gebieten bis hin zur Wiedervereinigung.

Sie will einerseits Erinnerungen wecken und zu Gesprächen anregen, andererseits jüngere Mitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger unseres Ortes und Auswärtige über die Geschichte unseres Vereins informieren.

Für die kommenden Jahre wünsche ich allen Sportlerinnen und Sportlern, auch im Namen meiner Vorstandskollegen, viel Erfolg zum Wohle des Vereins und den passiven Mitgliedern reichlich Freude an den sportlichen Veranstaltungen und Spaß bei den geselligen Zusammenkünften.

Mögen sich immer genügend Sportlerinnen und Sportler und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserem Verein, dem SV Emmerke von 1909 e.V., zur Verfügung stellen, damit er stets positiv von sich reden macht.

gez. Josef-Theodor Möller

-Stellvertr. Vorsitzender-


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